In Eschborn haben wir 2023 ein Bad gemacht, bei dem Wand und Boden mit aufeinander abgestimmten beigefarbenen Fliesen belegt sind. Die Fliesen laufen durch, ohne Wechsel und ohne Bruch in der Linie.
Das klingt nach einer Frage des Geschmacks und ist eine Frage der Vorbereitung. Damit eine Fuge von der Wand auf dem Boden weiterläuft, muss der Verlegeplan vor der ersten Fliese stehen – einschließlich der Frage, wo angeschnitten wird und wo nicht. Ein Anschnitt an der falschen Stelle fällt in einem kleinen Raum sofort auf, und korrigieren lässt er sich nur, indem man die Fläche wieder aufnimmt.
Voraussetzung dafür sind gerade Wände. Im Bestand heißt das meist Vorwand oder Ausgleich, bevor überhaupt gefliest wird. Diese Vorarbeit sieht man am fertigen Bad nicht – sie ist aber der Grund, warum das fertige Bad ruhig wirkt.
Eine freistehende Wanne bringt ihre eigene Vorarbeit mit. Zu- und Ablauf stehen frei im Raum und müssen an genau der Stelle aus dem Boden oder der Wand kommen, an der die Wanne später steht. Das wird festgelegt, bevor der Estrich geschlossen wird. Verschiebt sich die Wanne danach noch um zwanzig Zentimeter, ist das kein Detail mehr, sondern ein zweiter Eingriff in den Boden.