In Rüsselsheim haben wir 2024 ein Gäste-WC gemacht. Spülkasten und Anschlüsse sitzen in einer Vorwand, das WC hängt an der Wand.
Ein kleiner Raum ist nicht der einfache Auftrag, für den er gehalten wird. Eine Vorwand kostet Tiefe – je nach Ausführung rund 15 bis 20 Zentimeter –, und in einem Gäste-WC ist das ein spürbarer Anteil des Raums. Deshalb wird bei so einem Bad zuerst gemessen und geplant: wo die Vorwand hinkommt, wie tief sie sein darf, und ob die Tür danach noch aufgeht und man am WC vorbeikommt. Diese Rechnung stellt man vor dem Abbruch an, nicht danach.
Der Gewinn ist die durchgehende Fläche. Leitungen und Spülkasten bleiben über die Revisionsöffnung zugänglich, und der Boden lässt sich unter dem hängenden WC ohne Unterbrechung fliesen – der Raum wirkt größer, obwohl er kleiner geworden ist.
Ein hängendes WC braucht dafür ein tragendes Gestell, das in der Vorwand verankert wird. Das ist der Grund, warum diese Wand keine Verkleidung ist: Sie nimmt das Gewicht auf, und was sie trägt, entscheidet sich bei der Montage des Gestells und nicht beim Anschrauben der Keramik.